Mascha Kaléko

Mein schönstes Gedicht ?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.

So wenig bekannt die Lyrikerin Mascha Kaléko heute noch ist, so sehr haben doch ihre Gedichte überlebt. Ihre Themen, der Alltag in der Großstadt Berlin, die melancholische Suche nach dem "sogenannten Glück" und immer wieder die Liebe und deren Scheitern haben trotz der Zeitbezogenheit ihrer Gedichte nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Ihr Ton erinnert an Kästner, heiter-melancholisch, ironisch durchbrochen, und doch ist er vielleicht poetischer, wehmütiger, insbesondere im Exil verzweifelter als der des "sachlichen Romantikers".

So schwermütig wie ihre Gedichte bereits in jungen Jahren waren, so tragisch verlief auch ihr Leben, geprägt von Verlusten und Einsamkeit. Und dennoch konnten ihr alle Unbillen nicht die Leichtigkeit und Schärfe, die Eleganz und ihren ironischen Spott rauben, der so viele ihrer kleinen lyrischen Perlen auszeichnet.